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Jürgen Hargens und Hellen Zettler: "Relativ
normal oder......"
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Jürgen Hargens 2004: Aller Anfang
ist ein Anfang. Gestaltungsmöglichkeiten hilfreicher systemischer
Gespräche. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 160 S., EUR
17,90
Dazu ist in "Beratung Aktuell" (2/2004)
eine Besprechung erschienen:
Jürgen Hargens hat als Gründungsherausgeber
der Zeitschrift für systemische Therapie sowie als Herausgeber der
Buchreihe Systemische Studien herausragende Beiträge für die
Entwick-lung der Systemischen Therapie im deutschsprachigen Raum geleistet.
Auch als Autor hat Hargens viele Akzente gesetzt, der Begriff des „unerschrockenen
Respektierens“ als Beispiel für vieles (vgl.: http://home.t-online.de/home/kopiloth/prosys.htm).
Mit dem vorliegenden Buch „Aller Anfang ist ein Anfang“ stellt Hargens
nun eine Möglichkeit zur Verfügung, ihm bei der Arbeit über
die Schulter zu schauen. Arist von Schlippe bemerkt in seinem Vorwort treffend,
das Buch könne durchaus als ein Lehrbuch angesehen werden, als eine
Art „Mikro-skopierkurs“, in dem wesentliche systemische Leitmotive auf
ihre Alltagstauglichkeit abge-klopft werden.
Als methodische Überlegung stellt Hargens die Idee in den Mittelpunkt,
es gehe bei dieser Art von ressourcenorientierter Arbeit immer um Erstgespräche.
Veränderung sei unvermeidlich, und daher habe er es „bei jeder Begegnung
mit anderen Menschen zu tun (...): anders in dem Sinne, dass sie sich verändert
haben. Dasselbe gilt in gleicher Weise auch für mich – auch ich habe
mich verändert“ (S.102). Im Hinblick auf eine solch radikal veränderungsoffenen
Sicht-weise ist es hilfreich, „einen Rahmen zu schaffen, der zieldienlich
ist, der Kooperieren begün-stigt und der auch mir die Arbeit erleichtert.
Dazu bedarf es sowohl theoretischer Leitlinien wie praktischer Erfahrung“
(S.16). Über beides, so der Autor, wolle er in diesem Buch be-richten.
Insgesamt baut Hargens konsequent auf konstruktivistischen und sozial-konstruktionistischen
Annahmen auf und stellt dabei Erkenntnisse aus der Psychotherapieforschung
in den Mittel-punkt, die die besondere Bedeutung von KlientInnenvariablen
heraus heben. Immer wieder weist Hargens auf seinen Grundsatz hin: „Keine
Tricks!“ Nachhaltig vertritt er eine Position gleichberechtigten Kooperierens.
Es sind, so betont er, die KlientInnen, die entscheiden, ob ihnen etwas
gut tut oder nicht. Sie sind kundig für ihre Bedürfnisse, kundig
für ihre Ziele, kundig für ihre Bewertung dessen, was da (mit
ihnen) geschieht. Hargens bezieht aus solchen Überlegungen seine Sicherheit,
auch Ratsuchende als „Kunden/Kundinnen“ zu bezeichnen und sie als solche
zu behandeln. Dass sich die Einschätzung des Prozesses durch die KlientIn-nen
als einer der validesten Prädiktoren für den Erfolg von Therapien
erweist, ist mittlerweile ein häufig zitiertes Ergebnis der Psychotherapieforschung
(Auch hier hat Hargens mit der Übernahme des Grundlagenwerks von Hubble
et al. (2001) in die Reihe „Systemische Studien“ einen wichtigen Beitrag
geleistet).
In verständlicher, nachvollziehbarer Sprache schildert Hargens
seine Konsequenzen aus den dargelegten theoretischen Erwägungen. Er
lässt unmittelbar nachvollziehen, wie er mit Ratsu-chenden spricht
und erläutert, wieso er so mit ihnen spricht. Die Grundlagen klingen
wie An-leitungen: „Jedes Treffen zeichnet sich durch den Dreischritt Joining,
Ziele klären und Mög-lichkeiten in Richtung Zielannäherung
aus“ (S.107). Die Kunst besteht darin, dass dennoch kein kochbuchartiges
Vorschreiben von bestimmten Vorgehensweisen entsteht, sondern das plausible
Eröffnen von Möglichkeitsräumen. Wichtig sei es dabei, dass
zum professionellen Verhalten die Fähigkeit und Bereitschaft gehöre,
das jeweils Ausgewählte „aus der Perspekti-ve des Beobachters“ reflektieren
zu können. Am Beispiel eines telefonischen Anmeldege-sprächs
und am Beispiel dreier Anfänge von Folgegesprächen illustriert
Hargens sein Vorge-hen. Auch wenn die Beispiele fiktiv sind, so sind sie
doch so gestaltet, dass sie völlig plausi-bel und überzeugend
die Friktionen des Arbeitsalltags widerspiegeln. Hargens kommentiert dabei
jeden einzelnen Schritt und lässt so am konkreten Beispiel nachvollziehen,
was in den Kapiteln vorher als Rüstzeug vorgestellt wurde. Das hat
Hand und Fuß und wirkt unmittelbar praxistauglich.
Im Anhang des Buches findet sich ein Nachdruck des 1993er Aufsatzes
„Kundin, Kundige, Kundschafter/in. Gedanken zur Grundlegung eines „helfenden“
Zugangs“. Beim Wiederlesen dieses Aufsatzes erschließt sich zum einen
die langjährige Beschäftigung des Autors mit den Möglichkeiten
eines gleichberechtigten Kooperierens beim Konstruieren von Wirklichkeiten.
Zum anderen kann der Aufsatz als eine Art Glossar für eine Reihe von
Begriffen dienen, die im Hauptteil des Buches eine wichtige Rolle spielen.
Insgesamt ein sehr nützliches, anregendes und arbeitsalltagstaugliches
Buch. Ich empfehle es.
Literatur:
Hubble, M.A.; B.L. Duncan & S.D. Miller (2001). So wirkt Psychotherapie.
Empirische Ergebnisse und prakti-sche Folgerungen. (= Systemische Studien,
Bd.21). Dortmund: verlag modernes lernen
Wolfgang Loth (kopiloth@t-online.de)
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Jürgen Hargens 2005:
Zu
einem Paar gehören mehr als zwei... Dortmund: borgmann
Jürgen Hargens 2007:
Lösungsorientierte Therapie
... was hilft, wenn nichts hilft. Dortmund: borgmann
> Rezension
Jürgen Hargens (Hrsg.) 2007:
Werkstattbuch Systemisches
Coaching. Aus der Praxis für die Praxis. Dortmund: borgmann
media.
> Rezension
NEU NEU NEU
Jürgen Hargens, Bengta Hansen-Magnusson, Ernst Hansen-Magnusson
(2008)
Psychotherapie und Medizin:
oder Zusammenarbeit - ein wenig anders . . . Skizzen eines erfolgreichen
Modells.
Dortmund: Borgmann
> zum
Buch
> Inhaltsverzeichnis
Romane und Erzählungen von
Jürgen Hargens:
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Der erste Roman von Jürgen Hargens
(2003): ERWACH(S)EN. Geschichten
über Männer und Frauen, Freud und Leid, Beziehungen und Trennungen,
Menschliches und Psychologisches wie über das Leben an sich. Wien:
Krammer ISBN: 3 901811 13 3
> Rezension
und noch eine Rezension
Jürgen Hargens 2006.
Motorrad ...und andere Erzählungen. Berlin: träfo-Verlag.
ISBN: 3-89626-619-5
> mehr
dazu
> Rezension
NEU NEU NEU
Roman:
Jürgen Hargens (2008): Tagaus – Tagein.
Neckenmarkt: Novum
> mehr
dazu:
Jürgen
Hargens in Aktion: Impressionen in Bild und Wort von einem Workshop in
St. Gallen:
>> click
auf: "förderraum
DenkGenuss"
Texte von Jürgen Hargens online: