Wolfgang Loth: Auf den Spuren hilfreicher Veränderungen. Das Entwickeln Klinischer Kontrakte
1998, 224 S., Format DIN A5, br, ISBN: 3-8080-0397-9
Bestell-Nr.: 4316 (Dortmund: verlag modernes lernen)
Preis: 20,40 Euro • 35,90 sFr
BESCHREIBUNG
Wie organisieren Fachleute hilfreiche Arbeit? Wie beschreiben Fachleute das, was sie tun? Wie beurteilen und evaluieren Fachleute ihr Handeln? Wie halten Fachleute einen hilfreichen Rahmen aufrecht? In diesem Buch beantwortet der Autor solche wesentlichen und weitreichenden Fragen, indem er grundlegende Prämissen eines systemischen und ressourcenorientierten Vorgehens reflektiert und ein Handlungskonzept entwirft, das er mit vielen Beispielen illustriert. Darüber hinaus zeigt Wolfgang Loth Möglichkeiten auf, das eigene Tun im Kontext zu evaluieren. Dabei gelingt ihm die Gratwanderung, Anforderungen der Praxis und theoretisch fundiertes Handeln einsichtig und nachvollziehbar zu verknüpfen. Viele praktische Beispiele, Vignetten und Flußdiagramme helfen der Orientierung und veranschaulichen das Vorgehen. Therapeutisches und beraterisches Handeln, so eine Kernaussage, läßt sich nicht einseitig steuern – Fachleute und KlientInnen steuern ihre jeweiligen Kompetenzen bei, um einen Rahmen zu schaffen und aufrechtzuerhalten, der hilfreiche Veränderungen begünstigt.
Aus dem Vorwort von Dr. Jochen Schweitzer (Heidelberg)
"Wenn ich müßte, würde ich die These dieses
Buches so zusammenfassen: Gesundheits- und Sozialfachleute sollten schwerpunktmäßig
nicht mehr Anlässe abarbeiten, sondern bei der Verwirklichung von
Anliegen helfen. Sie sollten ihr Tun weniger an den Klagen, Beschwerden,
Problemen und Krankheiten, sondern mehr an den Wünschen, Hoffnungen
und Zielen ihrer Klienten orientieren."
[...]
"Ein besonderer Verdienst des Buches scheint mir, daß
es den Freiheitsduft, wie er aus lösungs- und kundenorientierten Beratungsansätzen
oft hinausweht, in die rauhe Luft finanzpolitischer Kostensenkungsdebatten
hinausbläst und auch deren Deodorants wie etwa "Qualitätsmanagement"
dabei kräftig durchpustet. "Ist der Ruf erst ruiniert, spart sich's
gänzlich ungeniert" - auf eine so prägnante Formel ist die Qualitätsdiskussion
im Gesundheits- und Sozialwesen bisher noch selten gebracht worden.
Ich bin gespannt, welche Entwicklungen die in diesem
Buch kondensierten Ideen anstoßen werden."
REZENSIONEN/KOMMENTARE
"Neben der umfangreichen
wissenschaftlichen Fundierung seiner Überlegungen ... ist Ziel dieses
Buches, einen Beitrag zur Entwicklung eines "respektvoll-aufmerksamen Interesses"
zwischen BeraterInnen/TherapeutInnen und KlientInnen zu leisten. Dies ist
dem Autor meiner Meinung nach gut gelungen."
Hans Schindler,
in: Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis 2-3/1998
"Die 217 Buchseiten sind vollgepackt mit Reflexionen zur
Lage der psychosozialen Professionen, anregenden Literaturhinweisen, theoriefundierter
Praxis und ausdifferenzierten Beschreibungen und Diagrammen zum Entwickeln
klinischer Kontrakte als Start- und Angelpunkt einer kooperativ konzipierten
Beratung und Therapie.
Empfehlen kann ich das Buch insbesondere als Handbuch
für die Kunst des Einfädelns in Beratung und Therapie; als Hilfe
bei Supervision und Selbstsupervision von Auftragsproblemen sowie als Leitfaden
für die Dokumentation und Evaluation kooperativer Beratungs- und Therapieprozesse."
Kurt Hahn, in: Informationen für Erziehungsberatungsstellen
2/1998
"In seinem Vorwort zum Buch schlägt Jochen Schweitzer
vor, man könne das Buch auch von hinten nach vorne lesen: ich denke
vielmehr, es lohnt sich, von vielen Seiten zu lesen und nach-zu-denken,
was Wolfgang Loth in diesem Buch als seinen Weg zu der Entwicklung systemischer
psychosozialer Prozesse beisteuert."
Stefan Anft, in: Systhema 1/1999
"Dem eingefleischten Praktiker bietet das Buch eine Fülle
von Anregungen mit entsprechenden Fallbeispielen. Dabei können der
Theoretiker und der Praktiker je nach Interessenschwerpunkt bei dem einen
oder anderen Thema verweilen, dabei das jeweils andere überfliegen
und doch zu ihren Zielen gelangen. Dem Neuling auf dem Feld bietet wiederum
das Buch eine empfehlenswerte, weil anspruchsvolle Einführung in die
Unebenheiten systemischer Theorie und Praxis."
Dr. Kurt Ludewig, in: Familiendynamik 4/1999
"Wie läßt
sich psychosoziale Beratungsarbeit kunden- und anliegenorientiert gestalten?
Wolfgang Loth stellt zu dieser Frage eine Vielzahl von ‘Spuren hilfreicher
Veränderungen’ zusammen. Im Wechsel von grundsätzlichen Reflexionen,
Schaubildern und Fallbeispielen bietet er eine Fülle von Anregungen,
für Mitarbeiter der Jugend- und Familienhilfe ebenso wie für
an Forschung interessierte Kollegen. In die Mitte stellt Loth die Idee
von der ‘Kundigkeit’ der Ratsuchenden, die Frage der Kooperation bei der
Kontraktgestaltung und die Rollen von Helfern und Hilfesystemen. Es finden
sich auch durchdachte Hinweise zu den Themen ‘Psychotherapie und Beratung’
und ‘Evaluation in der sozialen Arbeit’. Das gut lesbare Buch ist ein Leitfaden
für selbstkritische Reflexion der Prämissen von Beratungsarbeit."
Johannes Böhnke, in: Jugendwohl 5/1999
"Vom Anfang bis Ende ist das Buch wunderbar durchstrukturiert,
werden Elemente therapeutischer Praxis im allgemeinen, systemische und
lösungsorientierte Konzepte miteinander verknüpft in ein Konzept
zur Erarbeitung ‘passender Aufträge’. Das Buch schließt mit
einer brillianten kritischen Analyse der gegenwärtigen ‘Kultur’ (oder
soll man besser sagen Unkultur?) der Qualitätssicherung, der eigene
konstruktive Überlegungen zur ‘kontraktorientierten Leistungsbeschreibung’
gegenüberstellt: Qualität nicht nur formal zu definieren (wie
in der ISO 9000) sondern eben als inhaltliche Kategorie."
Dr. Arist von Schlippe, in: Integrative Therapie 1/2000
"Bei aller beeindruckenden Analyse ist mir das wichtigste
an dem Buch die grundlegende respektvolle Haltung zur professionellen psychosozialen
Arbeit, die sich durchgängig durchzieht und in allen Kapiteln ihre
Spuren hinterlässt. Sie liegt im Prinzip der Kundenorientierung, begründet,
theoretisch eingebettet und für die LeserIn nachvollziehbar. Respekt
wird deutlich auch in Wolfgang Loths anschlussfähigen Beschreibungen
und Metaphern über seine therapeutisch-ethische Haltung, die im Bild
des Beisteuerns ihren klarsten Ausdruck findet. Und: aus den Fallbeispielen
– respektvoll erzählten Geschichten - lässt sich ganz deutlich
Respektieren und Authentizität spüren.
Mit seinem theoretisch-praktisch vermittelten Ansatz,
dem fundierten Konzept und der brillanten bilderreichen Sprache hat das
Buch in der Reihe systemische Studien als deutschsprachiges Werk seinen
Platz verdient. Wegen seiner Vielschichtigkeit ist es für viele verschiedene
LeserInnen interessant. Es ist möglich, beim Lesen jeweils einer Spur
zu folgen oder alle in den Blick zu nehmen. Gewinn und Nutzen stellen sich
so oder so herum ein. Es ist ein Buch für PraktikerInnen, von einem
Praktiker, der theoretische Reflexionen nutzbar macht und der praktischen
Arbeit zur Verfügung zu stellt und darüber hinaus eine Fülle
von Anregungen bietet."
Cornelia Tsirigotis, in: Zeitschrift für Systemische
Therapie 19(1), 2001
Inhaltsverzeichnis des Buches
Aus der Einleitung
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